15.01.2025 | Lesezeit: 5 Min.

Die Solarenergie in der Schweiz erlebt einen beeindruckenden Aufschwung. In diesem Artikel beleuchten wir das Thema umfassend und geben Ihnen wertvolle Tipps.
Die Schweiz hat ambitionierte Klimaziele. Die installierte PV-Leistung waechst jaehrlich um über 30%, und die Kosten sind um mehr als 80% gesunken.
Amortisation in 10-14 Jahren. Die EIV deckt bis zu 30% der Kosten. Steigende Strompreise verbessern die Rechnung weiter.
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Die Effizienz einer Solaranlage hängt in der Schweiz von verschiedenen Faktoren ab. Die Modulausrichtung spielt eine zentrale Rolle: Südausrichtung mit einer Neigung von 30 bis 35 Grad liefert im Mittelland den höchsten Jahresertrag. Ost-West-Ausrichtungen erreichen etwa 85 bis 95 Prozent des Maximums, bieten aber den Vorteil einer gleichmässigeren Tagesproduktion. Die Sonneneinstrahlung variiert je nach Standort erheblich – von 1’050 kWh pro Quadratmeter in Basel bis 1’600 kWh in Sion im Wallis. Verschattung durch Bäume, Nachbargebäude oder Kamine kann den Ertrag um 10 bis 40 Prozent reduzieren und sollte vor der Installation analysiert werden.
Auf dem Schweizer Markt sind verschiedene Modultypen mit unterschiedlichen Wirkungsgraden erhältlich. Monokristalline Module erreichen Wirkungsgrade von 20 bis 23 Prozent und eignen sich besonders für begrenzte Dachflächen. Polykristalline Module liegen bei 16 bis 18 Prozent, sind dafür etwas günstiger. Die neueste Generation der Heterojunction-Technologie (HJT) von Herstellern wie Meyer Burger in Thun erreicht über 24 Prozent. Bifaziale Module, die auch diffuses Licht von der Rückseite nutzen, erzielen auf hellen Dachflächen oder bei Schneebedeckung 5 bis 15 Prozent Mehrertrag. Die Wahl des richtigen Moduls hängt von Budget, verfügbarer Fläche und ästhetischen Anforderungen ab.
Die Leistung von Solarmodulen sinkt mit steigender Temperatur um etwa 0,3 bis 0,45 Prozent pro Grad Celsius über 25 Grad. In der Schweiz ist dieser Effekt weniger problematisch als in südlichen Ländern, da die Sommertemperaturen moderat bleiben. Dennoch kann an heissen Julitagen die Modultemperatur 65 Grad erreichen, was den Wirkungsgrad um 12 bis 18 Prozent reduziert. Eine gute Hinterlüftung der Module durch ausreichend Abstand zum Dach von mindestens 10 Zentimetern verbessert die Kühlung erheblich. In Höhenlagen profitieren Anlagen von kühleren Temperaturen bei gleichzeitig höherer UV-Strahlung, was den spezifischen Jahresertrag auf über 1’200 kWh pro kWp steigern kann.
Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der Module in netzkonformen Wechselstrom um und ist entscheidend für die Gesamteffizienz. Moderne Wechselrichter von Fronius, SMA, Huawei oder Kostal erreichen Europäische Wirkungsgrade von 96 bis 98 Prozent. Moduloptimierer und Mikrowechselrichter können bei Teilverschattung den Ertrag um 5 bis 25 Prozent gegenüber String-Wechselrichtern steigern. Leitungsverluste im DC-Kabel sollten durch ausreichende Kabelquerschnitte auf unter 1 Prozent begrenzt werden. Die korrekte Dimensionierung des Wechselrichters in Bezug auf die Modulleistung liegt idealerweise bei einem Verhältnis von 0,9 bis 1,1 und beeinflusst die Energieausbeute massgeblich.
Die Steigerung des Eigenverbrauchs ist in der Schweiz die wirksamste Methode zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage. Ohne Optimierung liegt der Eigenverbrauch bei 25 bis 35 Prozent. Durch intelligente Steuerung von Haushaltsgeräten wie Waschmaschine, Geschirrspüler und Wärmepumpe lässt sich dieser auf 40 bis 55 Prozent steigern. Ein Batteriespeicher von 8 bis 12 kWh erhöht den Wert auf 60 bis 80 Prozent. Smart-Home-Systeme von Anbietern wie Solar Manager oder smart-me steuern Verbraucher automatisch basierend auf der aktuellen PV-Produktion. Die Differenz zwischen Strompreis (25 bis 35 Rappen pro kWh) und Rückspeisetarif (6 bis 12 Rappen) macht jede zusätzlich selbst genutzte Kilowattstunde CHF 0.15 bis CHF 0.25 wertvoller.
Solarmodule unterliegen einer natürlichen Degradation, die ihre Leistung über die Jahre langsam reduziert. Hochwertige Module verlieren jährlich nur 0,3 bis 0,5 Prozent ihrer Nennleistung. Nach 25 Jahren liefern sie typischerweise noch 82 bis 87 Prozent der Ausgangsleistung. Die Leistungsgarantien der Hersteller gewährleisten mindestens 80 Prozent nach 25 Jahren. Studien der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zeigen, dass Schweizer Anlagen im Durchschnitt sogar besser abschneiden als die Garantiewerte. Potenzialinduzierte Degradation (PID) kann durch hochwertige Module und korrekte Erdung weitgehend vermieden werden. Regelmässiges Monitoring hilft, ungewöhnliche Leistungseinbussen frühzeitig zu erkennen.
Verschiedene digitale Werkzeuge helfen Schweizer Anlagenbetreibern bei der Optimierung ihrer PV-Erträge. Das Sonnendach-Tool des Bundes liefert standortspezifische Einstrahlungsdaten für jedes Gebäude in der Schweiz. Monitoring-Apps zeigen Echtzeit-Daten zu Produktion und Verbrauch. Prognosesysteme wie Meteotest nutzen Wetterdaten, um die erwartete Solarproduktion für die kommenden Tage vorherzusagen. Diese Prognosen ermöglichen eine vorausschauende Steuerung von Verbrauchern und Speichern. Der PV-Rechner von EnergieSchweiz hilft bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung, während Plattformen wie Pronovo den administrativen Prozess für die Einmalvergütung vereinfachen.
Eine 10-kWp-Solaranlage in der Schweiz vermeidet jährlich rund 4 bis 5 Tonnen CO2-Emissionen im Vergleich zum durchschnittlichen europäischen Strommix. Über die Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren summiert sich die Einsparung auf 100 bis 150 Tonnen CO2. Die Energierückgewinnungszeit, also die Zeit, bis die Anlage mehr Energie produziert hat, als für ihre Herstellung benötigt wurde, beträgt in der Schweiz nur 1,5 bis 2,5 Jahre. Danach liefert die Anlage über 20 Jahre lang saubere Energie ohne Emissionen. Zudem sind moderne Solarmodule zu über 95 Prozent recycelbar, und erste Recyclinganlagen in der Schweiz und in Deutschland verarbeiten bereits ausgediente Module.
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